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Welche Zukunft für die Roma-Flüchtlinge?

Mehrere Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens gelten für die deutschen Behörden schön länger wieder als „sichere Herkunftsländer“. Roma-Flüchtlinge, die z.B. aus Serbien, Montenegro, Kosovo oder Mazedonien gekommen sind, werden zur „Rückreise“ gezwungen oder abgeschoben. Für viele von ihnen waren diese neue Teilstaaten nur Zwischenstationen bei der Suche nach Arbeit im ehemaligen Jugoslawien – oft ohne jegliche soziale Verankerung an diesem Transitort vor der Flucht nach Deutschland. „Herkunftsland“?

Protest-Aktion_für-Bleiberecht

Which way Kosovo?

Besonders kontrovers sind die Bewertungen der Entwicklung des Kosovo – auch nach der einseitig erklärten Unabhängigkeit am 17.02.2008:

Das Auswärtige Amt gibt in seinen „Lageberichten“ eine vorsichtig positive Prognose ab. Das entspricht der politischen Haltung der Bundesregierung, die wie die Schweiz den Kosovo auf dem Weg in die Unabhängigkeit unterstützt hat, und Sorge tragen will, dass alle Flüchtlinge zurückgehen.

Die Innenminister der Bundesländer beziehen sich gerne auf solche Lagebeurteilungen und die Rücknahme- und Reintegrationsprogramme der kosovarischen Regierung, die seit Frühjahr 2009 für alle Kosovo-Flüchtlinge (incl. der Minderheiten-Gruppen wie Roma, Aschkali, Ägypter) gelten sollen. Damit besteht nun die von der Innenministerkonferenz lange geforderte Chance, ganz legal Minderheiten-Angehörige zwangsweise aus Deutschland zu deportieren, weil sie nicht mehr als schutzbedürftig gelten müssen.

Viele Roma-Flüchtlingsfamilien hingegen erhalten ständig dramatische Nachrichten von Verwandten oder Bekannten aus dem ehemaligen Jugoslawien, besonders aus dem Kosovo.

Was gilt?

Die Erlasse der Innenminister, meist voller Hartherzigkeit gegenüber Flüchtlingen, die seit vielen Jahren hier Zuflucht haben – und sehr oft Kindern und Jugendlichen, die kein anderes Land kennen als Deutschland, die also in Deutschland zuhause sind?

Der Anspruch von Flüchtlingen auf Minderheitenschutz, Antidiskriminierung, elementare Menschenrechte und Integratio in Deutschland?

Vision und Realität

Die Interimsverwaltung für den Kosovo in der Regie der UNMIK hatte eine Vision: Ein friedliches Zusammenleben in einem multiethnischen Kosovo. Auf dem Weg dorthin, den die UNMIK mehr als 10 Jahre mit internationaler Unterstützung nicht erfolgreich organisieren konnte, hat die neue kosovarische Regierung noch viele Anforderungen zu klären, bevor eine „Rückkehr in Sicherheit und Würde“ für Minderheiten-Angehörige möglich sein kann.

Roma-Flüchtlnge aus dem Kosovo fordern nach unzähligen Jahren der „Duldung“ endlich einen sicheren Aufenthalt in Deutschland. Ist diese Forderung berechtigt oder unberechtigt? Wer Antworten sucht und Augen und Ohren nicht verschließt, kann viele gut recherchierte Positionen vergleichen (s. DOKUMENTE).

Lesen Sie / lest auch:

> Gelem, Gelem (traditionell), Hymne der Roma

> 650 Jahre Roma-Kultur im Kosovo, Köln 2000

Über die jahrhundertealte Kultur der Roma m Kosovo und ihre gezielte Zerstörung hat Rom e.V., Köln, eine herausragende Dokumentation erstellt: Fotos und Texte zu Geschichte, Kultur und Alltagsleben sowie der Vertreibung der Roma-Minderheit.

Sie ist direkt bei ROM e.V. zu bestellen: Tel. 0221-242536

(Stand: 10.07.2009)

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