2. Halbjahr 2011: Weitere Proteste gegen Abschiebungen

Die Hardliner unter den Innenministern der Bundesländer halten auch im 2. Halbjahr 2011 weiter an ihrem alten Plan fest: Bis zu 2.500 >Ausreisepflichtige< wollen sie pro Jahr abschieben. Abschiebungen von Roma-Flüchtlingen sind für die Betroffenen eine >Deportation ins Niemandsland<: Slums in Serbien, Elendsquartiere in Montenegro oder Bosnien, und Kosovo: das Schlaraffenland?

Von etwa 10.000 geduldeten Angehörigen, die zu den geflüchteten Roma-Familien aus den Regionen des ehemaligen Jugoslawien gehören, sollen nach und nach pro Jahr Tausende aus der Bundesrepublik abgeschoben werden.

Diese inhumane Praxis entwurzelt Kinder, Jugendliche, Erwachsene und SeniorInnen, die seit vielen Jahren hier leben, aus ihrer Lebensumgebung in Deutschland.

Die Bleiberechtsregelung von 2007/2008 hat einigen Tausned Roma-Flüchtlingen die Chance gegeben, einen befristeten Aufenthalt zu beantragen. Zwei Jahre später werden nun die Voraussetzungen geprüft, dauerhaft hier bleiben zu können. Wer aber das eigene Einkommen – nach den Regelsätzen der bundesdeutschen Bürokratie – immer noch nicht selbst verdienen kann, erhält allenfalls wieder eine Duldung. Und wer schon vor zwei Jahren nicht antragsberechtigt war, soll nun auch keine neue Chance erhalten.

Dagegen nehmen die Proteste und Forderungen von Roma-Selbstorganisationen, ihren Partner-Organisationen sowie Flüchtlings- und Menschenrechts-Organisationen in der Bundesrepublik zu:

Caritas, Diakonie, Pro Asyl und andere treten bundesweit mit einer Initiative für eine neue Bleiberechtsregelung an.

Die Kampagne >alle bleiben<, koordiniert vom Projekt Roma Center Göttingen, organisiert kontinuierlich Informations-Veranstaltungen und Protest-Aktionen.

Andere Roma-Selbstorganisationen, Flüchtlingsräte, Schulen, Sportvereine, Kirchengemeinden u.v.a. entwickeln humanitäre und politische Initiativen auf kommunaler, regionaler, Landes- und Bundes-Ebene.

So gab es Initiativen im Niedersächsischen Landtag (Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DieLinke), viel Bewegung in Nordrhein-Westfalen und Baden-Würtemberg, einen Kongreß in Berlin (DieLinke/Europa-ParlamentarierInnen) sowie viele kleinere Initiativen.

Diese Protest-Aktionen – aber auch die ersten Qualifizierungs-Maßnahmen für Roma-Flüchtlinge, die sich auf Jobs im deutschen Arbeitsmarkt vorbereiten – gehen auch 2012 weiter.

Abschiebungen bieten keinerlei Perspektive – nicht einmal für diese Bundesrepublik! Es muss uns allen daran gelegen sein, Menschen für eine aktive Bürgerschaft zu gewinnen, die hier bereits seit vielen Jahren mit der Gesellschaft vertraut sind, ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben und hier ihre Zukunft planen wollen!

Alle bleiben! Schluss mit den inhumanen Deportationen ins Niemandsland!

Die internationale Staatengemeinschaft hat den Roma-Minderheiten in den Balkan-Kriegen eine >Rückkehr in Sicherheit und Würde< zugesichert. Solange die nicht möglich ist, bleiben Roma-Flüchtlingsfamilien hier in Deutschland!

Gelem, Gelem – Wir gehen einen langen Weg.

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Hier geblieben – Roma brauchen Bleiberecht 2011

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Djevdet Berisa, Romane Aglonipe e.V., eröffnete das 1. Roma-Treffen 2011 in Hannover und Bürgermeisterin Lange, Landeshauptstadt Hannover, sowie Probst Tenge, Katholische Kirche Hannover, sprachen Grußworte. Mehr als 80 TeilnehmerInnen kamen am So., 06.02.2011, zur Beratung im Kulturzentrum Pavillon zusammen. Neben einem Rückblick auf Aktivitäten im Jahr 2010 gab es Arbeitsgruppen zu aktuellen Fragen von Jugendlichen (Protokoll: M. Micudaj) Frauen, Recht (Protokoll: S. Walbrecht) und zum Antiziganismus.

Beim Plenum kamen ExpertInnen aus Roma-Selbstorganisationen, Menschenrechts- und Flüchtlings-Organisationen sowie TeilnehmerInnen des Treffens zu Wort, darunter Roma-Lehrer und -KünstlerInnen sowie Menschen, die die Angehörigen der Roma-Minderheit in Deutschland, insbesondere die Roma aus dem Kosovo, unterstützen. Viele Jugendliche waren dabei, die gemeinsam mit jungen Roma aktiv werden wollen. Junge Roma vernetzen ihre Aktivitäten immer mehr auch auf europäischer Ebene.

Das 1. Roma-Treffen 2011 in Hannover verabschiedete eine ERKLÄRUNG, die jetzt über viele Kontakte bekannt gemacht wird. Das Treffen hat gemeinsame Aktionen zu wichtigen Terminen der Roma-Communities (8.4., Internationaler Tag der Roma; 06.05. Beginn des Herdelezi-Frühlingsfestes etc.) und der Innenpolitik in Deutschland (Innenministerkonferenzen im Juni und Dezember 2011)  und Europa in die Planung genommen.

Eine Fortsetzung guter Kooperationen ist geplant, denn die zentrale Forderung der Roma  und Roma-Selbstorganisationen nach einen „Bleiberecht jetzt!“ wird inzwischen von breiten Kreisen der flüchtlingspolitisch aufgeklärten Bevölkerung und wichtigen zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem Diakonischen Werk und der Caritas sowie weiteren Institutionen gefördert.

(eingestellt: 10.02.11; geändert: 20.02.11)

1. Roma-Treffen 2011 in Hannover, So 06.02.11

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Für ein Leben in Sicherheit und Würde

Wir laden alle Roma-Familien, besonders aus dem Kosovo ein:

Kommt Anfang Februar 2011 zu den Berichten und zur Beratung nach Hannover:

 

Sonntag, 06. Februar 2011, 12 Uhr bis 18 Uhr

Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4

(Nähe Hauptbahnhof, Ausgang Nord)

Roma-Familien aus dem Kosovo:

Für ein Leben in Sicherheit und Würde


Unsere Forderung nach einem „Leben in Sicherheit und Würde jetzt“ wird bereits von vielen Institutionen und Organisationen unterstützt.

Am Sonntag, 06. Februar 2011, planen wir gemeinsame Vorhaben im Jahr 2011. darunter Veranstaltungen rund um den Internationalen Tag der Roma im April, das Herdelezi-Frühlingsfest im Mai, die Innenminister-Konferenzen und vieles mehr.

Alle bleiben!

EINLADUNG zum 08.08.2010

Nächstes Roma-Treffen

So., 08.08.2010, 12 Uhr, Hannover

TREFFPUNKT:

ÄNDERUNG:

NICHT: IIK c/o Kulturzentrum FAUST

SONDERN:
Kulturzentrum PAVILLON

Lister Meile 4

direkt am Hauptbahnhof, ca. 300 m Fußweg

(Ausgang: hinter Gleis 12/13, Richtung Lister Meile,

Eingang am Weißkreuzplatz neben Café Mezzo)


Zur Beratung:

  1. Proteste aktuell – Kurzberichte aus den verschiedenen Orten
  2. Gemeinsame Aktion – Demonstration Sa 02.10.10 in Hannover
  3. Vorbereitung zur Herbst-Innenminister-Konferenz – Do 18.11. / Fr 19.11. in Hamburg

Mehrere Organisationen haben im Sommer 2010 Aktionen gegen die Abschiebung von Roma-Familien, insbesondere nach Kosovo, durchgeführt.

Die Erfahrungen im Streit um ein Leben in Sicherheit und Würde wollen wir bekannt machen und auswerten. Die Beteiligten sind eingeladen, kurze Berichte vorzubereiten.

Mehrere Veranstaltungen sind geplant, um die Zivilgesellschaft auf die Not-Situation vieler Roma-Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Dazu gehört der Vorschlag zu einer gemeinsamen Öffentlichkeits-Aktion in Hannover.

Bei der Konferenz der Innenminister und -senatoren, die im Herbst wieder 2010 in Hamburg stattfindet, geht es u.a. um Regelungen für ein humanitäres Flüchtlingsrecht, das seit Jahren von Roma-Selbstorganisationen, Menschenrechts-Gruppen, Flüchtlingsverbänden u.a. Initiativen gefordert wird.

So steht schon der „Tag des Flüchtlings“ (Fr 01.10.2010) im Rahmen der „Interkulturellen Woche 2010“ unter dem Motto: „Mit Diskriminierung macht man keinen Staat“.

Wir sind überzeugt, dass unsere Gesellschaft zugunsten eines sicheren Aufenthaltes für Roma-Flüchtlinge entscheiden kann, die schon lange hier leben. Für die Mehrheit von ihnen gibt es kein Leben in Sicherheit und Würde in den Herkunftsregionen (der Eltern oder Grosseltern), wie z.B. dem Kosovo.

Andere sollten längst schon aus humanitären Gründen hier einen sicheren Aufenthalt bekommen haben.

Wir fordern: „Alle bleiben!“.

(erstellt: 02.08.10,

ergänzt 07.08.10, 8:40 + 07.08.10, 19:55 Uhr)

Herdelezi-Programm für alle

EINLADUNG
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Roma-Familien laden ein

Herdelezi-Programm, Nordhorn, 09.05.2010


Dialog-Programm zum Herdelezi-Frühlingsfest

> in pädagogischer Verantwortung des VNB < Logo_Verband Niedersächsischer Bildungsinitiativen

Sonntag, 9. Mai 2010, 14-18:30 Uhr

Nordhorn, Jugendzentrum Die Scheune

Denekamper Str. 26

Die Vereine Romane Aglonipe und AK Flüchtlingshilfe Nordhorn bereiten zusammen mit Roma-Familien in und um Nordhorn ein Dialog-Programm vor für Sonntag, 9. Mai 2010.

Zum zehnjährigen Bestehen des Vereins Romane Aglonipe, Roma in Niedersachsen, nehmen wir das Herdelezi-Fest zum Anlass für eine Veranstaltung mit FreundInenn, Persönlichkeiten, Organisationen und Institutionen der Mehrheitsgesellschaft. Wir sind froh, dass es mit vielen Nicht-Roma inzwischen einen guten Kontakt, Austausch und Unterstützung gibt. Auch dafür möchten wir uns mit dem Herdelezi-Programm bedanken!

Nach dem Internationalen Tag der Roma, dem 8. April, der an den 1. Roma-Weltkongress in London 1971 erinnert, gilt das Frühlingsfest „Herdelezi“ in der Roma-Community als wichtige Gelegenheit, Angehörige, Bekannte und FreundInnen zu treffen. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie Ihre Aufmerksamkeit (weiterhin) der Verbesserung der Situation der Roma-Minderheit schenken würden.

Erlebt / Erleben Sie am 9. Mai mit uns ein Programm, bei dem Roma selbst als Kulturträger und AkteurInnen ihrer Geschichte auftreten – Theater, Berichte, Foto-Ausstellung, Musik, Buffet und Geselligkeit mit Roma-Familien aus Nordhorn und umzu.

Herdelezi-Programm, Nordhorn, 09.05.2010

Seit der Erweiterung der EU nach Osteuropa sind die Roma die größte Minderheit in Europa. Auf europäischer Ebene wurden in den letzten Jahren Programme entwickelt, die darauf abzielen, die aktive Einbeziehung der Roma in die europäischen Gesellschaften zu fördern und Schranken abzubauen.

Unser Projekt trägt in Niedersachsen dazu bei, dass Angehörige der Roma-Minderheit, vor allem Roma-Flüchtlingsfamilien aus dem Kosovo, und ihre Nachbarn und Bekannten aus der Mehrheitsgesellschaft zusammenkommen, um sich kennenzulernen, auszutauschen und neue Wege für gemeinsame Aktivitäten zu finden.

Das Herdelezi-Projekt wird als Kooperation der Roma-Selbstorganisation Romane Aglonipe mit dem AK Flüchtligshilfe Nordhorn und dem Jugendzentrum Nordhorn sowie Partnern aus dem „Roma-Treffen 2010“ durchgeführt. Es kann mit Unterstützung der Stadt Nordhorn, Jugendamt, des Landkreises Grafschaft Bentheim, des Verbandes Niedersächsischer Bildungsinitiativen, der Kreuzkirchen-Gemeinde Nordhorn u.a. Förderer realisiert werden.

Alle Details zum Programm in der Übersicht.

Herdelezi-Programm, Nordhorn, 09.05.2010

Willkommen in Nordhorn!


(erstellt: 27.04.2010, geändert: 01.05.10, 04.05.10)

Für mehr Menschlichkeit und Demokratie

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Das 1. Roma-Treffen 2010 fand am Sonntag, 31. Januar, in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover statt. Das Roma-Treffen fordert zivilgesellschaftliche Organisationen und Institutionen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf, Roma-Flüchtlinge im Streit um ihre Menschenrechte zu unterstützen, praktische Schritte gegen Abschiebungen zu unternehmen – bis hin zu Aktionen zivilen Ungehorsams.

Aktive Roma und Kooperationspartner aus mehreren Städten in Niedersachsen, aus Bremen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Belgien waren der Einladung des Vereins Romane Aglonipe, Roma in Niedersachsen, zum Auftakt-Treffen 2010 gefolgt. Etwa 40 TeilnehmerInnen beteiligten sich am Austausch über die Aktivitäten und Projekte 2009, insbesondere den Streit um ein Bleiberecht für Roma-Flüchtlinge, der in eine grosse Protestaktion anläßlich der Innenministerkonferenz in Bremen (04.12.2009) mündete. Für 2010 werden neue gemeinsame Vorhaben geplant.

Mit der Erklärung „Für mehr Menschlichkeit und Demokratie“ wendet sich das Roma-Treffen 2010 jetzt zunächst an die Zivilgesellschaft in Deutschland:

Im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, 65 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz, hoffen wir, dass sich viele Stimmen zugunsten der Roma-Flüchtlinge erheben. Zum Internationalen Tag der UN gegen Rassismus, dem 21. März, können die Forderungen dieser Erklärung besondere Aufmerksamkeit finden – in vielen Orten auf vielfältige Art und Weise öffentlich gemacht, damit die Roma-Flüchtlinge praktische Unterstützung erhalten“.

> „Für mehr Menschlichkeit und Demokratie“

(Stand: 03.02.2010)

1. Roma-Treffen 2010


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Das 1. Roma-Treffen 2010 findet am Wochenende in Hannover statt.

Die Roma-Treffen mobilisieren auch 2010 weiter als ein Forum für Dialog und Aktion und laden zur Zusammenarbeit ein:


1. Roma-Treffen Hannover 2010

> Kooperation und Netzwerkarbeit – Impulse 2010 <

Auswertung der Aktionen 2009 & Strategie- und Programmplanung 2010

So 31. Januar 2010, 12 – 17 Uhr

Spielpark Ricklingen, Hannover

Konrad-Hänisch-Str. 5 (Treff der offenen Jugendarbeit)

30459 Hannover-Ricklingen

(vom Hauptbahnhof: U 3 + 7, Richtung Wettbergen, bis: Fischerhof / Fachhochschule; dann 5 Min. zu Fuß: Ricklinger Stadtweg, 2. Querstr. rechts)

In der Einladung von Romane Aglonipe & friends heißt es:

Die Hoffnung auf eine humane Politik wird auch 2010 das Erschrecken über die Inhumanität der Innenbehörden überwinden, denn die Selbstorganisationen der Roma stehen in ihrem Streit für Menschenrechte und Minderheitenschutz nicht mehr allein.

Für langjährig geduldete Flüchtlinge, oft mit Kindern und Jugendlichen, die hier geboren sind und die in Deutschland zu hause sind, gibt es auch 2010 nur eine humane Lösung der „Kettenduldungen“:

Hier geblieben!“ – für ein „Leben in Sicherheit und Würde“!