Bundestag – SZ – Tagesschau

Nach der Wahl: Neuer Blick auf den Kosovo?

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Bloggeramt.de

Gibt es doch noch eine neue Aufmerksamkeit für die Menschenrechte der Roma-Minderheit? Hat der Streit um einen sicheren Aufenthalt nach der Bundestagswahl vom 27. September jetzt wieder mehr Chancen, weil neben den Grünen und der Linken jetzt auch die SPD wieder für Flüchtlingsrechte Stellung nehmen kann?

Am 24. September reichte die Bundestagsfraktion der Linken eine detaillierte Anfrage ein (BT-Drucksache 16/14084) zur Entwicklung im Kosovo, der Situation von Flüchtlingen hier, die zur Minderheit der Roma, Ashkali und Ägypter gehören, sowie den Abschiebeplänen der Innenminister der Länder und des Bundes.

Das Bundesinnenministerium antwortete am 09.10.09 mit Schreiben an den Bundestagspräsidenten. Darin werden u.a. die zum Stichtag 30.06.2009 ermittelten Zahlen des Ausländerzentralregisters aufgeführt. Demnach sind 9.842 Minderheiten-Angehörige der Roma, 1.755 Ashkali und 173 Ägypter „ausreisepflichtig“, ausserdem 2.408 Kosovo-Albaner und 221 Kosovo-Serben.

Das Ministerium geht davon aus, dass das „Rückübernahme-Abkommen“ mit Kosovo noch im Herbst unterzeichnet und ratifiziert werden kann. Es sieht vor, dass der Kosovo grundsätzlich alle Menschen aufnimmt, die Papiere aus der einstigen jugoslawischen Provinz vorlegen können oder die dort nachweislich gelebt hatten.

Jährlich sollen 2.500 „Rückübernahme-Ersuchen“ von deutscher Seite gestellt werden können, d.h. Für max. 2.500 Flüchtlinge pro Jahr sollen Abschiebungen vorbereitet werden – zusätzlich soll der Druck zur „freiwilligen Rückkehr“ durch finanzielle Anreize verstärkt werden. Koordiniert werden diese Aktionen der Innenminister duch das Regierungspräsidium Karlsruhe für die südlichen Bundesländer und durch die zentrale Ausländerbehörde Bielefeld für die übrigen Länder.

Ulla Jelpke, innenpolitische Sprchern der Bundestagsfraktion der Linken kommentierte die Auskunft u.a. wie folgt:

Das Kosovo ist ein Land, in dem Minderheiten zutiefst diskriminiert und verfolgt werden. Die Arbeitslosigkeit unter Roma beträgt nahezu 100 Prozent. Die in Deutschland aufgewachsenen Roma-Kinder können im Regelfall nicht die albanische Sprache und haben im Kosovo keine Perspektive. Ihre Abschiebung würde gegen das Grundrecht der Menschenwürde verstoßen.

Die Haltung der Bundesregierung ist geschichtsvergessen und inhuman. 500.000 Sinti und Roma wurden durch Nazi-Deutschland ermordet. Die Bundesrepublik hat durch ihre Beteiligung am Nato-Angriffskrieg gegen Jugoslawien die Vertreibung der Roma aus dem Kosovo durch die UCK erst ermöglicht. Deswegen ist Deutschland verpflichtet, auf Abschiebungen zu verzichten und den Roma in Deutschland eine sichere Zukunftsperspektive zu eröffnen“ (14.10.09).

Die Süddeutsche Zeitung (Roland Preuß) berichtet am 14.10.09 über die Auskunft der Bundesregierung:

Gut zehn Jahre nach dem Ende des Kosovo-Krieges stehen Tausende kosovarische Flüchtlinge in Deutschland vor der Abschiebung. Dies geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. ..

Die Initiatorin der Anfrage, die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke, kritisierte die Pläne als ‚monströses Projekt‘. Gerade die Roma würde im Kosovo ‚absolutes Elend und tagtäglich Ausgrenzung‘ erwarten.

Auch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte in seinem jüngsten Besuchsbericht vom Frühling dieses Jahres wegen drohender Verelendung und möglicher ethnischer Konflikte von Abschiebungen abgeraten und eine freiwillige Rückkehr empfohlen. Laut Bundesregierung ist die ethnisch motivierte Gewalt in dem Land dagegen stark zurückgegangen.“

Die Tagesschau, 14.10.09, 20 Uhr

Die Tagesschau nahm am 14.10. das Thema in der Hauptsendung um 20 Uhr auf, Detlef Schwarzer berichtete aus Slums im Kosovo, in Deutschland sah man den Sprecher des BMI, Stefan Paris („Das Rückführungsabkommen entspricht internationalen Standards…“), sowie die Bundestagsmitglieder Ulla Jelpke (Linke) und Detlef Wiefelspütz (SPD): „Die Lebensverhältnisse für Roma im Kosovo sind die Hölle. Ich rate dringend davon ab, in einem grösserem Umfang Roma aus Deutschland in den Kosovo zurückzuführen“. „Abschiebungen dieser Grössenordnung – auch vor dem Hintergrund unserer Geschichte – sind einfach ein Skandal“, erklärte Ulla Jelpke.

Für ein Leben in Sicherheit und Würde!

Keine Deportationen nach Kosovo und andere Länder des westlichen Balkan!

(erstellt: 25.10.2009)

Werbeanzeigen

dROMa-BLOG

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Bloggeramt.de

Nevo projekto | Neues Projekt

dROMa-Blog – zweisprachiger Roma-BLOG

http://www.roma-service.at/dromablog/

O ar le jeneristar gelo o Weblog „dROMa-blog“ online. Ada Blog ando internet pedar i kultura, historija taj adiveskeri cajt le Romendar andar o Burgenland, andar i Austrija taj andar i cili Europa phukavla.

Mit Ende Jänner 2009 ging der Weblog „dROMa-blog“ online. Dieser Blog ist ein in loser Folge im Internet publiziertes Projekt der Zeitschrift dROMa und wird in unregelmäßigen Abständen über Kultur, Geschichte und Gegenwart der Roma im Burgenland, in Österreich und in ganz Europa zu berichten.

(Eigeninfo aus: www.roma-service.at)

Für die redaktionelle Gestaltung des dROMa-Blogs ist u.a. Roman Urbaner als Chefredakteur verantwortlich.

Verein Roma-Service
Gartenstraße 3
A – 7511 Kleinbachselten
Österreich

www.roma-service.at | office@roma-service.at

(Stand: 13.08.09)

Woody Allen

Io, la mia famiglia Rom e Woody Allen



Die junge Roma-Filmemacherin Laura Halilovic (19) erhielt am 12. Juli den „Kino-gegen-Rassismus-Preis“ beim 15. Internationalen Anti-Rassismus-Fest in Livorno, Italien. Das Filmfest wird von der Region Toskana und mehreren Kommunen und Organisationen unterstützt.

Laura Halilovic, Foto: Zenit-Film, ItalienLaura Halilovic wurde für ihren Dokumentarfilm „Ich, meine Roma-Familie und Woody Allen“ ausgezeichnet, der im Juni bereits den UCCA-Filmpreis beim Bellaria-Filmfest in Bellaria, Italien, gewann. Dadurch wird der Film in 20 Städten im Kino gezeigt, er soll jetzt auch in über 200 Schulen sowie der Lehrer-Fortbildung Italiens eingesetzt werden – incl. Diskussion mit der Regisseurin.

Dieser Dokumentarfilm über Roma, erstmals von einer jungen Roma-Filmemacherin selbst gedreht, wurde von Zenit Arti Audiovisive produziert, unterstützt vom Fonds zur Roma-Dekade, dem Fernsehsender RAI 3, dem Ministerium für Chancengleichheit, dem Piemont-Dokumentarfolm-Fonds u.a.

TV-Ausstrahlung

Der Film wird am Donnerstag, 30.07.09, um 11:45 vom italienischen Sender RAI 3, Doc 3, im Fernsehen gesendet.

Laura Halilovic, selbst mit 15 als junge Schauspielerin entdeckt, erhielt mit 17 Jahren bereits einen Filmpreis für ihren 1. Film „Illusion“ beim Filmfest in Turin für junge FilmemacherInnen unter 18. In ihrem neuen Film dokumentiert sie am Beispiel ihrer eigenen Familie, die aus Bosnien und Hezogowina nach Italien kam, 20 Jahre Lebensalltag einer Roma-Familie. Damit stellt sie die Innensicht einer Community vor, die Familie, ihre Verwandten und Freunde, auch entfernte Nachbarn.

Das Leben der Roma-Minderheit ist auch in Italien wenig bekannt: „Viele Spiel- und Dokumentarfilme wurden über unsere Tradition und unseren Lebensstil gedreht“, erklärt Halilovic, „aber in einer Art und Weise, dass wir uns damit nicht identifizieren können. Regisseure und Drehbuchautoren zeigen die Welt der Roma in Stereotypen. Sie ignorieren, dass einige von uns nicht einmal wie ‚Roma‘ aussehen, und dass viel unserer Familien, die noch wandern, gerne eine feste Wohnung hätten und ihre Kinder zu Schule schicken würden“.

Manche Menschen haben noch Angst, sie trauen uns nicht. Sie wenden sich ab, wenn sie das Wort Roma höen. Dadurch fühlen wir uns zurückgewiesen in einem Land, das nicht unsere Land ist, in dem wir aber eine Zukunft aufzubauen versuchen“, erklärt Halilovic.

(Stand: 18.07.09)

RVN 10 Jahre online

Valery Novoselsky, Herausgeber des Roma Virtual Network (RVN), Berater des European Roma Information Office (ERIO), organisiert seit 10 Jahren erfolgreich Roma-Online-Netzwerke. Dabei steht er seit 2006 in enger Kooperation mit Roma-Organisationen wie dem European Roma Information Office (ERIO), dem European Roma Rights Center (ERRC), der International Romani Union (IRU). Wir gratulieren zu 10 Jahren Online-Arbeit mit dem RVN!

Am 19.07.1999 als private Initiative begonnen, gewann RVN schnell Anerkennung auf internationaler Ebene, bei Regierungs- und Nichtregierungs-Organisationen, die mit Themen der Roma-Minderheit beschäftigt sind, insbesondere in Europa. Heute umfaßt das RVN 32 Mailing-Listen in 15 Sprachen Europas mit mehr als 22.000 AbonnentInnen.

Das Netzwerk dient der Verbesserung von Kooperation und Informationsaustausch zwischen Roma-Organisationen, innerhalb der Roma-Community, zwischen Roma- und Nicht-Roma-Organisationen sowie zwischen Roma-NGOs und offiziellen Institutionen. Es informiert über eine Vielfalt an politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Themen – von der lokalen bis zur internationalen Ebene. Das Ziel ist – 2009 wie 1999 – die Unterstützung für die Verbesserung der Situation der Roma-Minderheit in Europa und anderen Regionen der Welt.

(Stand: 18.07.2009)

Willkommen

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Bloggeramt.de

Willkommen zu den Informationen der Roma-Treffen!

Der Blog informiert seit dem 06.07.09 kontinuierlich – Mitwirken erwünscht!

FÜR EIN LEBEN IN SICHERHEIT UND WÜRDE !Kampagne alle bleiben!

Gelem Gelem

Ein Lied – eine lange Geschichte

Für das Selbstbewußtsein der Roma-Minderheit und das Verhältnis der Mehrheitsgesellschaft zu der grössten Minderheit Europas ist gewiß der Blick in die Geschichte wichtig – auf den langen Weg von Migration, Diskriminierung, Verfolgung, Ermordung – aber auch die Emanzipation und den Streit um elementare Menschenrechte, wie beim „Bettelmarsch“ in Nordrhein-Westfalen 1989-1991.

Zu diesem langen Weg gehört „Gelem Gelem„, ein altes Lied, das in den 70er und 80er Jahren zur Hymne der Roma wurde:



Die Gipsy Rebels zeigen einen Teil ihrer Fassung von Gelem Gelem (Toronto 2007) bei Youtube.

(Stand: 16.07.2009)