Literaturnobelpreisträger für Roma-Appell

Schutzpflicht nicht ignorieren

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Hannover, 19.11.2009. Günter Grass unterstützt den Appell der Romatreffen, „Für ein Leben in Sicherheit und Würde“. Damit wird die Innenministerkionferenz am 2. Dezember 2009 in Bremen aufgefordert, ein sicheres Aufenthaltsrecht für die Minderheit der Roma aus dem Kosovo zu garantieren.

Nobelpreisträger G. Grass

Grass unterstützt Roma-Appell zum 02.12.2009

Grass, 1927 in Danzig-Langfuhr geboren, Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker mit kaschubischen Vorfahren, gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. 1999 erhielt er den Nobelpreis für Literatur für seinen Roman Die Blechtrommel, Grass, heute weltweit einer der bekanntesten deutschen Intellektuellen:

Angehörige der Roma-Minderheit brauchen weiterhin internationalen Schutz“.

Grass steht in einer besonderen Beziehung zur Lage der Sinti und Roma. Selbst von 1948 bis 1952 Student an der Kunstakademie Düsseldorf bei Otto Pankok, erinnert Grass mit der 1997 in Lübeck gegründeten „Stiftung zugunsten des Romavolks“ und dem „Otto-Pankok-Preis“ daran, dass der Künstler Otto Pankok in seinem sozialkritischen Werk immer wieder auf verfemte Minderheiten, insbesondere auf die Minderheit der Sinti und Roma aufmerksam machte.

Die Stiftung soll das Verständnis für die Eigenarten der Sinti und Roma fördern und über deren kulturelle und soziale Lage in Geschichte und Gegenwart aufklären, sowie zu Toleranz beitragen. Die Stiftung fördert journalistische, wissenschaftliche, sozialpolitische und künstlerische Arbeiten, die sich mit Sinti und Roma befassen.

Erste Preisträgerin war die Filmemacherin, Publizistin und Bürgerrechtlerin Melanie Spitta (1999). Der aus aus dem Kosovo stammende Arzt und Menschenrechtler Ibrahim Hasani erhielt den Preis im Jahre 2002, das Kieler Sinti-Mediatorinnen-Modell wurde 2006 für beispielhafte Integrationsarbeit für Sinti-Kinder an Kieler Schulen ausgezeichnet, 2009 erhielt die niederländische Menschenrechtlerin Sintezza Lalla Weiss den Preis.

(Stand: 19.11.2009)

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Kosovo: Innenminister mit AWO-Hilfe

Rückführungsvertrag mit Deutschland ist ein großer Fehler
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Der Hilpolsteiner Zeitung ist zu danken, dass exemplarisch berichtet wird, was die „Rückkehr“, die wohl eher >Deportation ins Elend< genannt werden muss, in der Realität zu bedeuten hat.

Der Journalist Michael Kasparowitsch informiert sich vor Ort, sein Bericht bestätigt die warnenden Hinweise und Empfehlungen Internationaler Untersuchungen zur Entwicklung im Kosovo (Hilpolsteiner Zeitung, 07.11.09).

Zur Zeit ist nur eine einzige Schlussfolgerung politisch und humanitär zu vertreten: Angehörige der Roma-Minderheit brauchen weiterhin internationalen Schutz.

Bleiben Fragen zur Rolle der AWO Nürnberg:

Die „Beratung und Begleitung von Flüchtlingen“ ist ein Arbeitsfeld im Referat „Migration und Integration“. Frau Sommer, Bereichsleitung (martina.sommer@awo-nbg.de, zrb@last-n.bayern.de) ist u.a. für das Projekt „Zentrale Rückkehrberatung“ verantwortlich, das auch im Kosovo tätig ist. Mit Mitteln des Europäischen Rückkehrer-Fonds, des Auswärtigen Amtes, mit Stiftungsgeldern und Spenden sollen „Rückkehrer“ unterstützt werden.

Hier spielt die AWO eine zentrale Rolle bei dem, was Landtagsabgeordnete wie Frau Lorberg, MdL (CDU) in Hannover vom Niedersächsischen Innenminister Schünemann gelernt hat: „Wir“ helfen bei der Integration der „Rückkehrer“ im Kosovo. Und weil das so ist, hat Frau Lorberg politisch und persönlich keine Skrupel, alle Forderungen nach einer Verbesserung der Aufenhaltssituation der Kosovo-Flüchtlinge hier abzulehnen, wie sie das am 26.08.09 bei der Landtagsdebatte zu zwei Anträgen für einen Abschiebestopp nach Kosovo getan hat.

Wir helfen vor Ort weiter“!?

Wir fragen Frau Sommer, stellvertretend für die AWO Nürnberg, ob sie die Internationalen Positionen zum Kosovo kennt und ob sie den aktuellen Appell der Romatreffen für die AWO Nürnberg unterstützen kann. Es besteht die Gefahr, dass die Tätigkeit der AWO von den Innenministern in Deutschland mißbraucht wird, um eine rigide Abschiebungspolitik zu begründen.

Die von den Innenministerien angebotenen finanziellen Hilfe für Rückkehrer, einige Hundert Euro pro Erwachsenem, sowie Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche durch das deutsche Verbindungsbüro in Pristina (SZ, 14.10.09), sind angesichts der gut dokumentierten Gesamtsituation im Kosovo kaum mehr als ein vages Versprechen.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat schon 2007 im Bundestag gefordert, das Gespräch mit den Roma zu suchen, um eine Verbesserung ihrer Lage herbeizuführen. Die Kooperation mit Roma-Organisationen bei der sozialen und kulturellen Aufnahme der Roma-Familien kann dazu beitragen, die in Deutschland zu lösenden sozialen und kulturellen Fragen zu bearbeiten:

Für ein Leben in Sicherheit und Würde!

Sicheres Aufenthaltsrecht in Deutschland jetzt!

Unterstützen Sie den aktuellen Appell der Romatreffen an die Innenministerkonferenz in Bremen, der am 02.12.2009 übergeben wird.

(erstellt: 08.11.2009)

Bremen lädt ein: 2. Dez. 2009

Viele Stimmen – eine Forderung:

Sicherer Aufenthalt JETZT!

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Selbstorganisationen von Flüchtlingen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Institutionen und viele Einzelpersonen bereiten einen grossen Protest vor, um die Innenminister bei ihrer Herbst-Konferenz in Bremen, 02.-04.12.2009, zu einer humanen Politik gegenüber Flüchtlingen zu bewegen, die lange in Deutschland sind und endlich ohne Kettenduldungen hier in Sicherheit und Würde leben wollen.

Koordiniert vom bundesweiten Aktionsnetz „Jugendliche ohne Grenzen“ (www.jogspace.net) rufen jetzt viele Organisationen gemeinsam zu einer Auftaktkundgebung auf:

Mi 02.12.2009, 17 Uhr

Bürgerweide (Rückseite Hauptbahnhof Bremen)

anschließend Demonstration zum Domshof (Innenstadt) und

Abschlusskundgebung ca. 18:30 Uhr

Jetzt sind die Werbemedien fertiggestellt:

> Flyer zur IMK

> Poster zur IMK

> Postkarte zur IMK

Weitere Informationen: www.jogspace.net

(erstellt: 08.11.2009)



TV-TIPP: Nordhorn – Montenegro

NDR Fernsehen, So 06.12.2009, 15:15 Uhr

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Enisas-Sehnsucht

Das Leben! – Enisas Sehnsucht: Tagebuch eines Wiedersehens

(D 2009, R.: Antonella Berta)

 


Heidi Kunert: Der Film wird am 6.12.2009 um 15.15 Uhr im NDR in der Sendereihe ‚Das Leben‘ – Enisas Sehnsucht – ein Filmtagebuch gesendet. Gottseidank noch vor der neuen Abschiebungswelle. Da bin ich froh. Erhoffe mir, dass die Menschen vielleicht doch über die Situation von Roma nachdenken. Es kann nur ein kleiner Baustein sein“.

NDR-Fernsehen – die elektronische Programmzeitung:

„Als Enisa elf Jahre alt war, wurde ihre ganze Familie im Morgengrauen nach Montenegro abgeschoben – nach zwölf Jahren Aufenthalt in Deutschland. Enisa konnte in Nordhorn bleiben, denn sie war von Heidi und Dieter Kunert adoptiert worden.

Während ihre minderjährigen Brüder Schule und Ausbildung für immer verloren und nun auf einer Müllhalde schuften mussten, um zu überleben, konnte Enisa das Leben eines deutschen Kindes aus dem Mittelstand weiterführen. Die Kunerts und Enisas Familie waren zehn Jahre lang fast so etwas wie eine Großfamilie – Heidi Kunert hatte die erst 23-jährige allein erziehende fünffache Mutter unterstützt und alle Kinder gefördert und gefordert. Das kinderlose Ehepaar Kunert nahm die fünf hübschen Roma-Kinder und die junge Mutter wie eigene Familienmitglieder an, die Kinder wuchsen mit zwei Müttern auf: der eigenen und Heidi.

Als der Balkankrieg zu Ende war, wurde die Abschiebungsbedrohung immer stärker – die junge Mutter zerbrach daran und musste in die Psychiatrie. Enisa, das kleinste Kind und einziges Mädchen, wurde vom Ehepaar Kunert rechtmäßig adoptiert. „Wenn wir jünger gewesen wären, hätten wir sie alle adoptiert: ALLE!“ wiederholen Dieter, 60 Jahre, und Heidi Kunert, 63Jahre, oft. Sie engagierten sich stark politisch und in der Flüchtlingsarbeit – doch alles war vergebens: Die Abschiebung wurde umgesetzt – ein Schock, der für alle immer noch tief sitzt. Fünf Jahre nach der Trennung sehen Heidi, Dieter und Enisa Kunert „ihre Familie“ zum ersten Mal wieder.


„Enisas Sehnsucht – Tagebuch eines Wiedersehens“ ist das ergreifende Protokoll einer Reise an den Rand Europas, die Chronik eines Wiedersehens Enisas mit ihrer Mutter an einem Ort, wo kein „Weißer“, wie die Nicht-Roma genannt werden, normalerweise seinen Fuß hinsetzt. Es ist eine bewegende Begegnung zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Glück und Trauer – denn alle wissen: Sie haben nur eine Woche Zeit zusammen“.

(erstellt: 08.11.2009)

Reisen Innenminister nach Kosovo?

APPELL: Für ein Leben in Sicherheit und Würde

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Die Roma-Treffen in Norddeutschland sammeln Unterstützung für ihren neuen Appell „Für ein Leben in Sicherheit und Würde„, der am 02.12.2009 in Bremen an die Herbst-Konferenz der Minister und Senatoren des Inneren überreicht wird.
Zusammen mit dem Flüchtlingsrat Bremen haben die Treffen, koordiniert von Romane Aglonipe/Roma in Niedersachsen, Ende Oktober einen inhaltsgleichen Appell an die Bremer Bürgerschaft, den Ladtag in Bremen gerichtet.

Die Roma-Treffen appellieren – gemeinsam mit Wohlfahrtsorganisationen, den grossen Kirchen, Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen sowie Organisationen der Sinti und Roma in Deutschland – an die Landesregierungen und die Bundesregierung sowie alle politisch Verantwortlichen im Bundestag und den Landtagen:

  • „Schaffen Sie umgehend einen sicheren Aufenthalt für Roma-Flüchtlinge, insbesondere aus dem Kosovo, in Deutschland, die zum Teil seit mehr als 10 Jahren geduldet hier leben!
  • Sehen Sie angesichts der unsicheren Sicherheitslage und der prekären Lebensbedingungen in den Ländern des westlichen Balkan, insbesondere des Kosovo, von der Abschiebung von Roma-Flüchtlingen, insbesondere nach Kosovo, ab und ermöglichen Sie den Flüchtlingen einen dauerhaften Aufenthalt hier!“.

Angehörige der Roma-Minderheit brauchen weiterhin internationalen Schutz.

Zur „Rückkehrförderung“, die noch keiner der Innenminister persönlich vor Ort erprobt hat, heißt es in dem Appell:

„Die von den Innenministerien angebotenen finanziellen Hilfe für Rückkehrer, einige Hundert Euro pro Erwachsenem, sowie Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche durch das deutsche Verbindungsbüro in Pristina (SZ, 14.10.09), sind angesichts der gut dokumentierten Gesamtsituation im Kosovo kaum mehr als ein vages Versprechen“.

Die Roma-Treffen weisen auf die notwendige und mögliche Partizipation von Roma-Seelbstorganisationen an einer Lösung von Fragen zum Leben in Deutschland hin:
„Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat schon 2007 im Bundestag gefordert, das Gespräch mit den Roma zu suchen, um eine Verbesserung ihrer Lage herbeizuführen. Die Kooperation mit Roma-Organisationen bei der sozialen und kulturellen Aufnahme der Roma-Familien kann dazu beitragen, die in Deutschland zu lösenden sozialen und kulturellen Fragen zu bearbeiten“.

Für ein Leben in Sicherheit und Würde! Sicheres Aufenthaltsrecht jetzt!

Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die den Appell unterstützen wollen, haben mehrere Möglichkeiten, ihre Zustimmung zu äußern:

1. E-Mail senden an:
info@romatreffen.de

2. Unterschriften-Liste vor Ort kursieren lassen und
BIS ZUM 30.11.2009
einsenden an:
Roma-Treffen
c/o Flüchtlingsrat Bremen e.V.
Berckstraße 27
28359 Bremen
(Fax: 0421 / 800 700 4)

3. den Appell an die verantwortlichen parlamentarischen Gremien der eigenen Kommune, des eigenen Landkresies, des eigenen Bundeslandes einreichen – mit der Aufforderung zu Gespräch und Unterstützung.

Gerne steht Romane Aglonipe für weitere Informationen zur Verfügung:
https://romatreffen.wordpress.com
info@romatreffen.de

Die zentrale Protestveranstaltung zur Innenministerkonferenz in Bremen findet statt:


Mittwoch, 02.12.2009, Bremen
17 Uhr Auftakt-Kundgebung

Bürgerweide (Nordausgang Hauptbahnhof Bremen)
anschließend Demonstration und
18:30 Uhr am Domshof (Innenstadt)

Abschlusskundgebung

Mehr Informationen gibt es bei der Aktion „Jugendliche ohne Grenzen“, die diesen zentralen Protest koordiniert.

(Stand: 29.10.2009, geändert: 30.09.09)