Stilles Leid – Neue UNICEF-Studie zu Auswirkungen von Deportationen

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Verena Knaus, et al.: Stilles Leid – Zur psychosozialen Gesundheit abgeschobener und rückgeführter Kinder. UNICEF Kosovo in Zusammenarbeit mit Kosovo Health Foundation, 2012.

„Stilles Leid“ ist der Titel einer neuen UNICEF-Studie zur Situation von Kindern, die mit ihren Familien nach Kosovo deportiert bzw. zur „freiwilligen Ausreise“ gezwungen wurden. Ein internationales Team aus Psychologen, Ärzten und Sozialwissenschaftlern hat 164 Jungen und Mädchen sowie 131 Eltern befragt:

Für viele dieser Kinder war die Deutschland die Heimat. Für viele, die hier geboren wurden, war unser Land das einzige Land, dessen Sprache, Bildung, Kultur, Gesundheitsvorsorge, Sport- u.a. Freizeitangebote sie in ihrem jungen Leben kennengelernt hatten. Jetzt müssen die Innenbehörden verantworten, dass viele von ihnen unter schweren psychosozialen und gesundheitlichen Problemen leiden, deportiert in ein fremdes, unwirtliches Land.

Einige Ergebnisse der Studie:

Fast die Hälfte aller Jugendlichen (44,2 Prozent) leidet an Depressionen, ein Viertel (25,5 Prozent) berichtet von Gefühlen der Hoffnungslosigkeiten und ein Fünftel (19,1 Prozent) empfindet das Leben als nicht lebenswert.

Ein Viertel (25,5 Prozent) hat Selbstmordgedanken, was in einer Region mit traditionell niedrigen Selbstmordraten außerordentlich hoch ist.

40 Prozent der Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren hat große soziale Probleme, ein Drittel (33 Prozent) zeigt Symptome einer klinischen Depression, 35,2 Prozent leiden unter Angstzuständen.

Jedes dritte Kind zwischen 6 und 14 Jahren (29 Prozent) und jeder dritte Jugendliche (30,4 Prozent) in der Befragung leidet unter klinisch nachweisbaren posttraumatischen Belastungsstörungen und benötigt dringend psychiatrische Hilfe.

Zwei Drittel der befragten Kinder gehören einer ethnischen Minderheit an. Diskriminierung, Sprachbarrieren, fehlende soziale und psychologische Unterstützung im Kosovo verstärken die psychologischen Probleme.

UNICEF: „Bei Abschiebungen oder Rückführungen von Flüchtlingen und Migranten werden das Kindeswohl und die seelische Gesundheit von Kindern nicht ausreichend beachtet. Dies ist das alarmierende Ergebnis der UNICEF-Studie“.

Die Bundesrepublik hat die UN-Konvention zum Schutz der Kinderrechte unterzeichnet und ratifiziert: Der Schutz des Kindeswohles muss Vorrang vor dem Interesse der Innenminister an der Deportation von Flüchtlingen genießen!

(erstellt: 14.04.12, 22:45)

Wir trauern um Heidemarie Kunert

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Wir trauern um Heidi Kunert

Ende März 2012 haben wir die traurige Nachricht erhalten, dass Heidi Kunert aus Nordhorn, eine langjährige Weggefährtin im Streit um Menschlichkeit und Schutzrechte für Flüchtlinge, insbesondere Roma-Flüchtlinge aus den Balkan-Ländern, die vor Verfolgung und Bedrohung Zuflucht in Deutschland suchten und suchen, am Donnerstagabend, 29. März 2012, nach schwerer Krankheit gestorben ist.

Die Beisetzung fand am Samstag, 14. April, in Nordhorn statt.

Wir trauern mit ihrer Familie, und allen, denen Heidi nahe stand.

Die Mitgliederversammlung von Romane Aglonipe e.V. hatte Heidi Kunert im Januar 2012 zum Ehrenmitglied ernannt. Sie war damals bereits schwer erkrankt, so dass die MV sie nur aus der Ferne grüßen konnte:

Damit wollen wir Dir als Stimme der Roma in Niedersachsen ein Zeichen der Wertschätzung senden – für Dein langjähriges bürgerschaftliches Engagement für die Lebensinteressen vieler Roma-Familien in Nordhorn und der Region sowie Deinen Einsatz für die Respektierung grundlegender Minderheitenrechte unserer Roma-Minderheit.

Du hast so viele einzelne Roma und Roma-Familien beraten und unterstützt, Dich kontinuierlich öffentlich für die Belange der Roma-Community engagiert und trittst selbst im persönlichen Bereich als Adoptivmutter für Deine Roma-Tochter Enisa bis hin zu hohem körperlichen Einsatz für die Sache der Roma ein“.

Heidi Kunert hat viele kleine Bausteine gesetzt, um das Recht von Flüchtlingen auf Zuflucht und Schutz in unserem Land zu gewährleisten. Sie wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Gelem Gelem – Redebeitrag in Bad Nenndorf

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Fast 2.000 Menschen demonstrierten am 1. Wochenende im August in dem kleinen niedersächsischen Kurort Bad Nenndorf bei Hannover: Bunte Proteste gegen die NS-Verherrlichung durch Neonazis. Romane Aglonipe war als Stimme der Roma und Sinti in Niedersachsen zu einem Wortbeitrag für die Abschlußkundgebung am Samstag, 06. August, eingeladen: Gelem-Gelem, Bad Nenndorf bleibt bunt! (06.08.2011).

Seit 2006 kommen Anhänger der Neo-Faschisten aus Deutschland und den Nachbarländern zu einer Propaganda-Aktion nach Bad Nenndorf, die sie „Trauermarsch“ nennen und mit der sie angeblich an „deutsche Opfer“ „alliierter Kriegsverbrechen“ erinnern wollen. Die NS-Kriegsverbrecher allerdings, die von 1945-1947 im Wincklerbad, das der britischen Armee als Verhör-Lager diente, inhaftiert waren, wurden zum Teil bei den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher verurteilt oder vor anderen Gerichte zur Rechenschaft gezogen für ihre Mitwirkung und Unterstützung der Verbrechen des NS-Staates.

Neonazi heute wollen Verbrecher zu Opfern stilisieren und als ihre Helden feiern. NS-Kriegsverbrechen, die Shoa, den Mord an Sinti und Roma und andere Greueltaten der Hitler-Diktatur sollen vergessen werden. Darüber reden sie nicht, der historischen Verantwortung stellen sich diese „braunen Kameraden“ nicht, sie versuchen, öffentlichkeitswirksam die furchtbare Geschichte umzudeuten.

Einige BürgerInnen aus Bad Nenndorf und dem Landkreis Schaumburg sowie alte und junge AntifaschistInnen haben 2006 den Anfang mit Protesten gegen den Nazi-Aufmarsch gemacht, als die Mehrheit der NenndorferInnen noch davon überzeugt war, durch Ignorieren könne man die Nazis am schnellsten wieder loswerden.

Diese Situation hat sich heute grundlegend gewandelt: 2011 mag es vielleicht noch einige Menschen geben, die sich den breiten Protest-Aktionen nicht anschließen – aber ein breites gesellschaftliches Bündnis kämpft inzwischen gegen die NS-Verherrlichung: „Bad Nenndorf ist bunt!“. Und zum ersten Mal sind Roma und Sinti 2011 mit einem Redebeitrag dabei.

mehr: Informationen, Berichte und Foto-Galerien

Aktuelles: website des Bündnisses >Bad Nenndorf ist bunt<

Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Ahlem

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Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Ahlem

Do 03.03., 15 Uhr

Heisterbergallee 8, 30453 Hannover-Ahlem

Am Tag der Erinnerung an die Deportationen und Ermordung der Sinti und Roma in Auschwitz wird die Region Hannover gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Opferverbände in einer Gedenkstunde an die Verfolgten erinnern.

Veranstalter: Region Hannover

Programm des >Netzwerkes Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover <, www.erinnerungundzukunft.de


Anfahrt: Stadtbahnlinie 10 (Richtung Ahlem), Haltestelle Ehrhartstraße

http://83.246.67.2/map/cgi-bin/cityguide.pl?action=show〈=de&size=8660&mapper=3&zoom=100&mapX=3545923&mapY=5805148

Weitere Informationen zum laufenden Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte Ahlem: www.gedenkstaette-ahlem.de

Die Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover besteht seit 1987. Sie dokumentiert die Geschichte Ahlems sowie der Einwohner jüdischen Glaubens der Stadt Hannover und des ehemaligen Landkreises. Die Region Hannover baut in den kommenden Jahren die Gedenkstätte Ahlem zu der zentralen Erinnerungsstätte der Region aus.

Der 3. März ist ein Tag der Erinnerung an die Deportation und Ermordung der Sinti und Roma in Auschwitz. Aus diesem Anlass werden am 03.03.2011 Vertreter der Region und Stadt Hannover gemeinsam mit Vertretern der Sinti und Roma, der christlichen Kirchen sowie der jüdischen Gemeinden in der Gedenkstätte Ahlem der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedenken.

1938 hatte Himmler die sogenannte endgültige Lösung der „Zigeunerfrage“ angekündigt. Ziel der Nazipolitik war die vollständige Vernichtung der Sinti und Roma. Im Frühjahr 1943 fuhren Deportationszüge mit Sinti und Roma aus elf verschiedenen europäischen Ländern in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Die niedersächsischen Sinti wurden in der Nacht zum 3. März 1943 aus verschiedenen Sammellagern nach Auschwitz deportiert. Untergebracht wurden die Sinti und Roma dort in einem eigens eingerichteten „Zigeunerlager“. Über 500.000 Sinti und Roma fielen dem Holocaust zum Opfer.

Zur Geschichte der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem

Ausgehend von der Gründung der >Israelitischen Erziehungsanstalt< 1893, informiert die Gedenkstätte über die Entwicklung dieser Bildungseinrichtung. Der Gründer der Schule, Alexander Moritz Simon, verfolgte das Ziel, die einseitige Wahl der Berufsbereiche, entstanden durch einengende Gesetzgebung für jüdische Bürger, zu beeinflussen und zu ändern. Der jüdischen Minderheit sollte durch die Ausbildung im Handwerk, Gartenbau und in der Landwirtschaft die Integration in Deutschland erleichtert und die Möglichkeit geschaffen werden, mit einem qualifizierten Beruf den Lebensunterhalt zu verdienen.

Die >Israelitische Gartenbauschule Ahlem< entwickelte sich zu einer weltweit anerkannten Bildungseinrichtung. Das Ende dieser schulischen Einrichtung zeichnete sich ab, als 1941 die Geheime Staatspolizei Hannover auf dem Gelände der Schule eine Sammelstelle für Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager einrichtete. Später kamen ein „Polizei-Ersatzgefängnis“ und eine Hinrichtungsstätte hinzu.

mehr: http://www.hannover.de/de/kultur_freizeit/geschichte/historisches/gedenkst/gedenkAhlem/mahn_ge.html

2010 legte eine interdiziplinäre Fachkommission zur Wandlung der Gedenkstätte in einen lebendigen Ort der Bildung und Kommunikation Empfehlungen für eine Neukonzeption der Mahn- und Gedenkstätte vor. Gemäß Beschluss des Regionsausschusses vom 04.05.2010 leitet die Region Hannover – Projektleitung Team Kultur – die europaweite Ausschreibung eines nicht offenen, einstufigen Wettbewerbs.

In der Gedenkstätte Ahlem können bereits heute durch Videos die Aussagen der Dokumentation vertieft und ergänzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit Projekttage durchzuführen.

mehr: http://www.hannover.de/de/kultur_freizeit/geschichte/historisches/gedenkst/gedenkAhlem/neukonzeption_ahlem/index.html

Erinnerung an den 9. November 1938



Wir gedenken der Opfer der Pogrom-Nacht des 9. November 1938.

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Wir erinnern uns an die Geschichte der Barbarei in Deutschland.

Wir protestieren gegen Inhumanität und für Menschlichkeit heute.


Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.“

(Martin Niemöller, 1976)


Die Martin-Niemöller-Stiftung zitiert „die Version, die wir für die ‚klassische‘ halten und die von Niemöller autorisiert wurde. Sie fiel an Ostern 1976 während einer Diskussion im Gemeindesaal Kaiserslautern -Siegelbach bei Pfarrer Hans-Joachim Oeffler. In einem Gespräch mit Hannes Karnick und Wolfgang Richter („Niemöller – Was würde Jesus dazu sagen?“, Ffm 1986) führt Niemöller dazu aus:

‚Wann ist denn dieses Gedicht entstanden mit dem Spruch: Als sie die Kommunisten abholten, schwiegen wir…?‘. Das war kein Gedicht, nein. Ich hatte mal in Oefflers Gemeinde gepredigt, da war damals der Generalbischof der lutherisch-slowakischen Kirche dabei in Siegelbach bei Kaiserslautern. Da hatten wir hinterher eine Besprechung mit der Gemeinde in einem Gemeindesaal in der unmittelbaren Nähe der Kirche. Da haben die Leute n ihre Fragen gestellt und vom Leder gezogen. Und dann haben sie gefragt, ob wir denn nicht aufgewacht wären nach der Kristallnacht 1938. Und ich sage, …“


(erstellt: 09. Nov. 2009)

Lehren aus dem NS-Regime

Aus der Vergangenheit lernen

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Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN/BdA e.V.) und der Flüchtlingsrat Niedersachsen treten mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit. Sie setzen sich dafür ein, die historische Verantwortung für die Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma durch das NS-Regime anzuerkennen: „Hat die Bundesrepublik Deutschland wirklich aus der Vergangenheit gelernt?“.

VVN und Flüchtlingsrat erinnern daran, dass insbesondere Sinti und Roma um ihre Anerkennung als Verfolgte des Naziregimes kämpfen mussten, obwohl ihre Verfolgung nicht bezweifelt werden kann:

Erst im Jahre 2008, 63 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus, wurde in Berlin der erste Spatenstich für ein Mahnmal getan, das an das Schicksal der Sinti und Roma erinnern soll“.

Jetzt fordern die Organisationen von den zuständigen Behörden im demokratischen Deutschland, für Roma-Flüchtlingen, die vor Krieg und Verfolgung im Kosovo hier Zuflucht gefunden haben, einen „vorbehaltlosen Schutz“:

Weil ein Leben in Sicherheit und Würde im Kosovo für Minderheitenangehörige nicht gewährleistet ist, müssen die Roma-Flüchtlinge einen sicheren Aufenthalt in Deutschland erhalten“.

Die Erklärung wurde initiiert, um sie am 8. Dezember 2009 der Bundesregierung zu übergeben – in Erinnerung an Himmlers Runderlass “zur Regelung der Zigeunerfrage aus dem Wesen der Rasse heraus” vom 08.12.1938. VVN und Flüchtlingsrat bitten weitere Organisationen, Einzelpersonen und Verbände, sich dem Aufruf anzuschließen. Die Websites des Flüchtlingsrates bietet dazu eine Möglichkeit online.

Mehr als 800 Personen und Organisationen haben die Erklärung bereits mit unterzeichnet, darunter Guillermo Ruiz (European Roma Information Office), Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma), Pfarrerin i.R. Renate Graffmann (Vorstandsmitglied von ROM e.V., Köln), Torsten Jäger (Interkultureller Rat in Deutschland), Verena Mittermaier (Geschäftsführerin der Ökumenischen BAG Asyl in der Kirche), Sebastian Wertmüller (Vorsitzender des DGB Niedersachsen-Mitte), Kai Padberg (Landesschülerrat Niedersachsen) sowie Mitglieder von Flüchtlings-, Menschenrechts-, Gewerkschafts-, Jugend- und politischen Organisationen und Einzelpersonen.

Für ein Leben in Sicherheit und Würde!

Keine Deportationen nach Kosovo und andere Länder des westlichen Balkan!

(Stand: 24.10.2009)

Willkommen

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Willkommen zu den Informationen der Roma-Treffen!

Der Blog informiert seit dem 06.07.09 kontinuierlich – Mitwirken erwünscht!

FÜR EIN LEBEN IN SICHERHEIT UND WÜRDE !Kampagne alle bleiben!