Gemeinsam gegen Rechtsextremismus

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Bad Nenndorf bleibt bunt – Manifestation der Schwäche für die Neonazis

Mit vielfältigen Protestaktionen am 3. und 4. August unterstützten mehr Menschen als 2011 den Widerstand gegen den Marsch von rechtsextremistischen Organisationen am Samstag, 4. August in Bad Nenndorf. Sieben Demonstrationen gegen die Neonazis waren für den 4. August angemeldet, eine Demonstration des „Bündnisses Rodenberg gegen Rechts“ zog am  Samstag morgen zum Ökumenischen Gottesdienst an der Musik-Muschel im Kurpark Bad Nenndorf. Die Aktion „Urban knitting“ und Riesen-Transparente gegen die Hass-Politik der Neonazis und für das Aussteiger-Programm „EXIT“ setzten künstlerisch neue Akzente im Protest.

Romane Aglonipe war zu einem Beitrag bei der Auftaktkundgebung  von DGB und Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ eingeladen:
Für die Minderheit der Roma und Sinti ist der Widerstand gegen den alten und neuen Rassismus ein zentrales Anliegen. Damit gehen wir Hand in Hand mit den Organisationen der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen“, erklärte Djevdet Berisa.Er zitierte aus der „Hannover-Erklärung gegen Antiziganismus“ von 2011:

Als Juden, als Sinti und Roma, als Angehörige einer nationalen Minderheit, aber auch als Europäer sind wir sehr besorgt über das Anwachsen des Rassismus in der Mitte unserer Gesellschaft.

Der verstärkte Antisemitismus und Antiziganismus in den europäischen Staaten, auch in Niedersachsen, sollte alle aufgeklärten Menschen beunruhigen. Es kann und darf nicht sein, dass unsere Minderheiten, Jahrhunderte hindurch verfolgt, heute, im 21. Jahrhundert, immer noch ausgeschlossen sind und keine Chance auf eine bessere Zukunft erhalten.

Wir wollen gemeinsam mit allen demokratisch und aufgeklärt denkenden Menschen in Niedersachsen und Europa zusammenarbeiten, um rassistischem Gedankengut entgegenzutreten. Wir dürfen es niemals zulassen, dass Antisemitismus und Antiziganismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zum Alltag des heutigen Europa wird.“

An den Kundgebungen des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“ nahmen mehr als 1.000 Menschen teil. Die Redebeiträge repräsentierten das breite gesellschaftliche Spektrum des Widerstandes gegen die Neonazi-Propaganda. Blockade-Aktionen der Initiative „Kein Naziaufmarsch in Bad Nenndorf“ konnten das Eintreffen der Neonazis um mehrere Stunden verzögern. Busfahrer in Haste weigerten sich, die ungeliebten braunen Fahrgäste im „Schienen-Ersatzverkehr“ zu fahren, und wegen einer Pyramiden-Aktion, die Freitagabend am Rande des Platzes vor dem Wincklerbad begann, konnten die ca. 460 Neonazis ihre Feier nur auf enger Fläche aufstellen. Die Feiern entlang der Neonazi-Route begleiteten den „Ehren-Marsch“ und die Kundgebung der Rechtsextremisten in kurzer Distanz mit massiven Protest.

Der Aufzug der RechtsextremistInnen wurde insgesamt zur Manifestation der Schwäche. Aus Sicht der Protest-Bündnisse ist der Tatbestand der Volksverhetzung und Verletzung des Grundgesetzes durch die Hass-Märsche längst erfüllt – die Proteste aller zivilgesellschaftlichen Kräfte gegen die demokratiefeindlichen Auftritte von Neonazis in Schaumburg werden weitergehen. Und über die Frage, wer 2013 im Nds. Innenministerium in Hannover die amtliche Auseinandersetzung gegen Rechtsextremismus politisch verantworten wird, entscheiden auch die WählerInnen bei der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar.

(erstellt: 19.08.12)

Länderabend Kosovo Do 12.07.12

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Do 12.07.12, 19:30 Uhr

Tagungshaus St. Clemens, Leibnizufer 17 b, Hannover

Kosovo: Toleranter Vielvölkerstaat – oder Land „mit zwei Wahrheiten“?

Ruhigen Gewissens abschieben – oder Kursänderung?

Die Delegationsreise des Niedersächsischen Landtages von 22.-26.04.2012 in den Kosovo hat zu kontroversen Ergebnissen geführt: Die Mitglieder der CDU haben die „eine Wahrheit“ erlebt – Abschiebungen sind vertretbar, weil die Rückkehr-Förderung das Gewissen entlastet, die Mitglieder der Landtags-Opposition haben Ausgrenzung, Leid und Elend erlebt, in das niemand abgeschoben werden darf. Eine erste Debatte fand am 09. Mai im Landtag Hannover statt.

„Die beiden Wahrheiten“ und viele Detail-Beobachtungen werden am Donnerstag, 12. Juli 2012, mit einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in Hannover vorgestellt. Das Abend-Programm ist eine Kooperation von Romane Aglonipe mit MISO, Migranten-Selbst-Organisation Hannover, der VHS Hannover, dem Caritasverband der Diözese Hildesheim sowie der Katholischen Kirche in der Region Hannover.

Als Diskussion-Partner sind Abgeordnete aller Landtags-Fraktionen eingeladen. Hedwig Mehring, Caritas Hildesheim, wird die Position der „Aktion Bleiberecht“ (Caritas, Diakonie, Pro Asyl) vorstellen.

(erstellt: 04.07.2012, aktualisiert: 04.07.12, 12.07.12)

Guten Gewissens abschieben…

… oder die Abschiebungspolitik Niedersachsens ändern?

So formulierte der Vorsitzende des Ausschusses für Inneres und Sport im Nds. Landtag, Herr Ahlers (CDU), seine Erwartungen an die Delegationsreise, die vom 22.-26. April nach Kosovo stattfand. Zur Reisegruppe gehörten Abgeordnete, sowie AkteurInnen der Zivilgeselschaft.

Die Eindrücke waren vielfältig, die Gesprächspartner ausgesucht, die Verarbeitung ist äußerst heterogen: Während die CDU auf die Leistungen zur Rückkehr-Förderung verweist, sind SPD, Grüne und Linke in der Bewertung der Lebenschancen von Roma im Kosovo mehr als skeptisch. Die einen fordern mehr Unterstützung für eine Rückkehr, die anderen bleiben dabei: Keine Zustimmung zu gewaltsamen Deportationen.

Eine gemeinsame Stellungnahme der Delegation liegt bis Ende Juni 2012 noch nicht vor. Der „Länderabend Kosovo“  am Do 12.07. soll dazu betragen, als Informations- und Diskussionsabend Resultate dieser Reise zu präsentieren und Meinungen zu bilden.

(erstellt: 02.07.2012, aktualisiert 04.07.12)

HERDELEZI 2012 Hannover

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Herdelezi im Mai/Juni in Hannover

Der Frühlingsanfang wird in vielen Roma-Communities als Herdelezi-Fest gefeiert . Das bot den Anlass für das Programm HERDELEZI 2012 in Hannover. Nach vergleichbaren Projekten in Nordhorn (2010) und Emden (2011) gelang es, in Kooperation mit der Katholischen Kirche in der Region Hannover und mit Unterstützung von Region und Stadt Hannover sowie dem Caritas-Verband der Diözese Hildesheim und dem Nds. Flüchtlingsrat, ein interessantes Programm zu realisieren, das insgesamt von 180-200 Gästen besucht wurde.

Die Veranstaltung am Mittwoch, 30. Mai, bot mit dem Dokumentarfilm „Pretty Dyana – Best of the Rest!“(Serbien 2004, Regie: Boris Mitić, 45 Min.) – im Kulturzentrum Pavillon vorgestellt – einen Auftakt für Gespräche und Diskussionen zur Lebenssituation von Roma in Osteuropa: Junge Roma am Stadtrand von Belgrad bauen aus Schrottautos neue, skurrile Fahrzeuge für ihren eigenen Transportbedarf – ein Vergnügen für Film-Enthusiasten

Ein umfangreiches Kulturprogramm ludam Sonntag, 03. Juni, ins Tagungshaus St. Clemens ein: Spiel-Aktionen für Kinder und die Foto-Ausstellung „Ohne Heimat – Bilder aus Montenegro und dem Kosovo“ waren von 12-18 Uhr zu besuchen.

Für die offizielle Eröffnung hatten mehrere SprecherInnen Grußworte vorbereitet: Bürgermeister Strauch (Stadt Hannover), Probst Tenge (Katholische Kirche in der Region), Dr. Marcus, Caritasdirektor (als Vertreter für die Caritas Niedersachsen Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege/LAG FW), Generalkonsulin Marinkovic (Serbische Botschaft, Hamburg), begleitet von Konsul Vojislav Dragisic.

Djevdet Berisa, 1. Vorsitzender des Vereins Romane Aglonipe, machte das Gesamtanliegen des Projektes deutlich: „Wir stärken durch den Kultur-Dialog zwischen Roma-Minderheit und Mehrheitsgesellschaft das demokratische Europa der Vielfalt – gegen eine wachsende Ausgrenzung von Roma in vielen europäischen Ländern“.

Probst Tenge richtete Extra-Grüße von Bürgermeister Strauch aus, der wegen einer Terminverschiebung die Herdelezi-Gäste nicht mehr selbst begrüßen konnte, aber für die Stadt Hannover ein großes Interesse an Zusammenarbeit ausdrücken ließ. Probst Tenge wies auf die Kooperation mit dem neuen Büro hin, in dem seit Herbst 2011 Sinti und Roma in Räumen der Katholischen Kirche beratend tätig sind: „Wir brauchen einen Dialog, damit wir die Bilder, die wir voneinander haben, weiterentwickeln können“.

Dr. Marcus überbrachte einen doppelten Gruß, vom Caritas-Verband und der LAG der Freien Wohlfahrtspflege, und betonte: „Uns verbinden einige Jahre Kontakte – vor allem zum Thema Bleiberecht“. Als Mitglied der Härtefall-Kommission sprach er sich für Neuregelungen des Bleiberechts aus, die Abschaffung eines bestimmten Stichtages, Unterstützung für besondere Gruppen wie Alte und Kranke. Dazu solle ein breiter Konsens in der Gesellschaft hergestellt werden.

Generalkonsulin Marinkovic brachte herzliche Grüße im Namen des serbischen Konsulats Hamburg, bot Unterstützung zur Integration und für das Bleiberecht sowie für Pass-Angelegenheiten an.

Der Imam der Roma aus Peine dankte für die Aufnahme vieler Roma-Familien in Deutschland und forderte alle auf, gemeinsam für die Verbesserung der Lebenssituation zu wirken – als Teil der Gesellschaft in Niedersachsen.

Hauptrednerin war Frau Jovanović, die in Novi Sad, Serbien, für Minderheiten-Angelegenheiten in der autonomen Region Vojvodina zuständig ist. Sie berichtete über Sturkturentwicklungs-Maßnahmen, die dort im Rahmen der europäischen „Roma-Dekade“ seit 2005 durchgeführt werden – ein Plädoyer gegen Antiziganismus. In einem interessanten Bericht stellte sie fünf Beispiele der Strukturförderung in Siedlungen von Roma vor, angefangen von Slums über Stromversorgung in Schlichtwohngebieten bis hin zu dörfliche Siedlungen mit kompletter Infrastruktur. Ein erheblicher Teil der notwendigen Finanzierung wurde durch die EU-Mittel der „Roma-Dekade“ aufgebracht. Mit der Strukturförderung geht in mehreren Orten auch die Förderung Einkommen schaffender Projekte einher, z.B. durch Frauen-Förderung im Bereich Nähen, Kunsthandwerk etc.

Die rege Diskussion zeigte ein großes Interesse an mehr Informationen über solche umfangreichen Förder-Maßnahmen und die damit verbundenen Perspektiven, neue Lebensmöglichkeiten und eine Zukunft für die Angehörigen der Roma-Minderheit zu schaffen.

Wie dieser Bericht regte auch der Film „Io, la mia famiglia Rom e Woody Allen“ – „Ich, meine Roma-Familie und Woody Allen“ (Italien 2008, 50 Min.) – zu längeren Diskussionen an. Die junge Roma-Filmemacherin Laura Halilovic, Italien, erzählt mit ihrem Dokumentarfilm eine Familiengeschichte aus dem heutigen Italien. Der Film erhielt den „Kino-gegen-Rassismus-Preis“ beim 15. Internationalen Anti-Rassismus-Fest in Livorno, Italien. Er berichtet aus der Sicht der kleinen und heranwachsenden Tochter die Entwicklung ihrer Roma-Familie über fast zwei Jahrzehnte hinweg. Dabei entsteht ein beeindruckendes Portrait – zwischen den Wegen einer selbstgewählten Sesshaftigkeit und einem kontinuierlich erzwungenen Umherziehen.

In der Tradition der Roma-Feste stellte eine Roma-Kapelle zur Unterhaltung und zum Tanz viele Beispiele der Roma-Musik des Balkan vor. Für Geselligkeit sorgten Gespräche mit Roma-Familien. Und natürlich fehlten auch Spezialitäten vom Grill und Getränke nicht für diesen Nachmittag der Begegnung, der leider mit Dauerregen die Zahl der Gäste hinter den Erwartungen zurückbleiben ließ. Mit etwa 140 Personen war aber auch dieser Nachmittag eine gute Gelegenheit, den Dialog mit Kulturbeiträgen anzuregen und weiterzuentwickeln. Viele Kontakte werden fortgesetzt, manche Vorstellungen der Roma-Minderheit haben sich verändert und mit positiven Eindrücken von kommunikativen Menschen gefüllt:

Rom, das heißt Mensch!

„Wir sind auf uns allein gestellt“ – aktueller Radiobericht 29.05.12

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Dem zweisprachigen web-BLOG des österreichischen Vereins Roma-Service entnehmen wir  mit großer Freude diesen Medien-Hinweis – MERCI!

„Wir sind auf uns allein gestellt“

Wie Sinti und Roma systematisch an den Rand gedrängt werden

Großartiges Radiofeature unseres dROMa-Gastautors Ronny Blaschke

Ronny BlaschkeAnhören >>> Deutschlandradio (on demand: mp3)

Seit der Osterweiterung der EU stellen Sinti und Roma die größte Minderheit des Kontinents. Über keine andere Volksgruppe wissen die Mehrheitsgesellschaften so wenig und glauben so viel Negatives zu kennen. In Ungarn werden Sinti und Roma von Neonazis verfolgt, in Frankreich wurden sie zu Hunderten abgeschoben, in Italien ließ die Regierung sie amtlich registrieren. Und in Deutschland? Sie haben sich daran gewöhnen müssen, dass sie zu deutschen Schulen, Universitäten, Ausbildungsbetrieben schwer Zugang finden und dass sie bei NS-Entschädigungen kaum berücksichtigt werden. Ihr Zentralrat wird nicht in wichtige gesellschaftliche Gremien berufen. In Medien, Wissenschaften und politischen Debatten haben sie kaum einmal eine Nische erhalten.

(dradio.de, 29.5.2012)

(erstellt: 02.06.2012)

HERDELEZI – Neuigkeiten

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LAG der Freien Wohlfahrtspflege unterstützt HERDELEZI 2012

Zur offiziellen Begrüßung der HERDELEZI-Gäste kündigt Romane Aglonipe einen weiteren wichtigen Sprecher an:

Dr. Hans-Jürgen Marcus, Caritasdirektor, ist als Vertreter für die Caritas Niedersachsen Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

Bei HERDELEZI 2012 IN HANNOVER wird  Dr. Marcus für diese LAG sprechen, einen Zusammenschluss der 6 Wohlfahrtsverbände in Niedersachsen.

Zusammen mit dem Diakonischen Werk steht die Caritas bundesweit für die Forderung:

Kettenduldungen beenden – humanitäres Bleiberecht sichern!
Die gemeinsame Aktion von Caritas, Diakonie, katholischer und evangelischer Kirche ist natürlich auch im Internet zu finden: www.aktion-bleiberecht.de

(erstellt: 01.06.12)

HERDELEZI IN HANNOVER, Teil 1

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DOKUMENTARFILM

Mi 30. Mai, 19:30 Uhr

Den Auftakt von „Herdelezi 2012 in Hannover“ bildet am Mittwoch, 30. Mai, um 19:30 Uhr, die Vorstellung des Dokumentarfilms „Pretty Dyana – Best of the Rest!“ (Serbien 2004, Regie: Boris Mitić, 45 Min.) im Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4.

Junge Roma am Stadtrand von Belgrad bauen aus Schrottautos neue, skurrile Fahrzeuge für ihren eigenen Transportbedarf – ein Vergnügen für Film-Enthusiasten (Original mit englischen Untertiteln).

Ein umfangreiches Kulturprogramm findet am Sonntag, 3. Juni, von 12-18 Uhr im Tagungshaus St. Clemens statt. Mit diesem Projekt fördert der niedersächsische Roma-Verein die Kommunikation zwischen Minderheits- und Mehrheitsbevölkerung. Dabei steht die Lebenssituation von Roma in Serbien, Montenegro, Kosovo, Italien und Deutschland im Zentrum. Roma selbst sind als Träger einer Jahrhunderte alten Kultur federführend an diesem Projekt beteiligt.

Aliriza Usejini, 2. Vorsitzender: „Wir nehmen Herdelezi, das traditionelle Frühlingsfest vieler Roma-Familien, zum Anlass für eine Veranstaltung mit Roma-Communities und der Mehrheitsgesellschaft. Mit vielen Nicht-Roma bestehen bereits gute Kontakte, Austausch und Unterstützung: Willkommen zu >Herdelezi 2012< in Hannover!“.

(erstellt: 30.05.2012, aktualisiert: 02.06.12)

HERDELEZI 2012

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Herdelezi 2012 – Dialog mit Kultur in Hannover

Mi 30. Mai, 19:30 Uhr, Dokumentarfilm

So 03. Juni, 12-18 Uhr, Kultur-Programm (Aktualisierung vom 26.05.12!)

 „Romane Aglonipe“ lädt zum Projekt  „Herdelezi 2012“ ein. Ein Filmprogramm am Mittwoch, 30.05., wirbt für das umfangreiche Kulturprogramm, das am Sonntag, 3. Juni, stattfindet. Mit diesem Projekt will die Organisation der Roma in Niedersachsen die Kommunikation zwischen Minderheits- und Mehrheitsbevölkerung fördern; dabei stehen die Lebenssituationen von Roma in Serbien, Montenegro, Kosovo, Italien und Deutschland im Zentrum. Roma sind als Repräsentanten ihrer jahrhundertealten Kultur federführend am Programm beteiligt.

Djevdet Berisa, 1. Vorsitzender von Romane Aglonipe: „Angesichts wachsender Ausgrenzung von Angehörigen der Roma-Minderheiten in europäischen Ländern wollen wir durch einen offenen Austausch und Dialog zwischen Roma-Minderheit und Mehrheitsgesellschaft das gemeinsame Interesse an einem demokratischen Europa der Vielfalt weiterentwickeln“.

Den Auftakt von„Herdelezi 2012“ bildet am Mittwoch, 30.05., um 19:30 Uhr, die Vorstellung des Dokumentarfilms „Pretty Dyana – Best of the Rest!“ (Serbien 2004, Regie: Boris Mitić, 45 Min.) im Kulturzentrum Pavillon (Lister Meile 4). Junge Roma am Stadtrand von Belgrad bauen aus Schrottautos neue, skurrile Fahrzeuge für ihren eigenen Transport-bedarf – ein Vergnügen für Film-Enthusiasten (Original mit englischen Untertiteln).

Am Sonntag, 3. Juni, von 12-18 Uhr, findet ein umfangreiches Kulturprogramm im Tagungshaus St. Clemens, Leibnizufer 7 statt (Zugang über den Kirchplatz)

> ab 12 Uhr SpielSpass für Kinder, Foto-Ausstellung, Grill & Getränke

> ab 14 Uhr: Grußworte, Bericht zur „Roma-Dekade“, Film & Filmgespräch, Musik und Geselligkeit

Aliriza Usejini, 2. Vorsitzender: „Wir nehmen Herdelezi, das traditionelle Frühlingsfest der Roma-Familien, zum Anlass für eine Veranstaltung mit FreundInnen, Persönlichkeiten, Organisationen und Institutionen der Roma-Communities und der Mehrheitsgesellschaft. Wir sind froh, dass es mit vielen Nicht-Roma bereits gute Kontakte, Austausch und Unterstützung gibt“.

Herdelezi 2012 stellt die Forderungen der neuen Roma-Bürgerrechtsbewegung vor, die am 8. April 1971 mit dem 1. Roma-Weltkongress in London international sichtbar wurde: Eine aktive Einbeziehung in die Gesellschaft, ein Ende von Ausgrenzung und Diskriminierung sowie Respekt für die Minderheitenrechte auf allen Ebenen.

Die Roma-Minderheit und ihre Partner in Hannover und Niedersachsen fordern heute ein Leben in Sicherheit und Würde, insbesondere für die Roma-Flüchtlingsfamilien aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien.

Herdelezi 2012 findet in Hannover statt, um in der Landeshauptstadt vielen Roma-Flüchtlingsfamilien neue Kontaktmöglichkeiten zu verschaffen, zu Kirchengemeinden, Politik und Verbänden. Für die Unterstützung danken die Veranstalter den Kooperationspartnern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Institutionen in Hannover, der Region Hannover und in Niedersachsen.

(erstellt: 17.05.12. aktualisiert: 6.05.12, 30.05.12, 02.06.12)

Flucht ist kein Verbrechen – Eil-Aktion vor dem 26.04.12

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Flucht ist kein Verbrechen –  Eilaktion von Pro Asyl

In einem aktuellen Rundbrief schreibt das Bundes-Netzwerk Pro Asyl am 19.04.2012:

Bundesinnenminister Friedrich setzt alles daran, dass in der europäischen Flüchtlingspolitik alles so bleibt wie es ist. Aber wie es ist, darf es auf keinen Fall weitergehen: In Ungarn, Malta, Italien und anderen EU-Staaten werden Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert oder schutz- und obdachlos auf die Straße gesetzt.

Schaffen es die Flüchtlinge aus diesen Staaten in andere EU-Länder wie Deutschland weiterzufliehen, werden sie auch dort aufgegriffen, inhaftiert und zurückgeschoben. Nach schweren Strapazen und einer Kette von Abschiebungen finden sich viele Flüchtlinge in einer völlig hoffnungslosen Situation wieder, in der ihnen keinerlei Rechte auf Schutz gewährt werden.

Am 26. und 27. April treffen sich die Innen- und Justizminister der EU-Staaten in Brüssel, um über die sogenannten „EU-Aufnahmerichtlinie“ zu verhandeln.

Dies wäre eine Gelegenheit, um die skandalöse Inhaftierung von Flüchtlingen endlich zu stoppen. Doch stattdessen will Innenminister Friedrich dort erreichen, dass es EU-Staaten künftig offiziell erlaubt wird, an den Grenzen Flüchtlinge einzusperren – vorgeblich, um ihre Identität feststellen zu können. Faktisch bekämen die EU-Staaten damit einen Freibrief für die willkürliche Inhaftierung von Flüchtlingen.“

Pro Asyl ruft auf, den Online-Brief umgehend an Innenminister Friedrich zu senden, der als E-Mail-Eilaktion organisiert wird: „Flucht ist kein Verbrechen!“.

Dieser Protest wendet sich gegen die Inhaftierung von Flüchtlingen und gegen Abschiebungen von Flüchtlingen in EU-Staaten, aus deren Aufnahmelagern oder Gefängnisse sie in andere westeuropäische Länder entkommen konnten, und in denen ihnen bei Abschiebung Haft und Elend drohen würde.

(erstellt: 22.04.12)

Humanitäres Bleiberecht für Roma-Flüchtlinge jetzt

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Erklärung des Roma-Treffens Hannover 2012 (26.02.2012)

Die TeilnehmerInnen des Roma-Treffens Hannover 2012 kritisieren die Herzlosigkeit der zwangsweisen Abschiebungen von Angehörigen der Roma-Minderheiten (Roma, Ashkali, Ägypter – im folgenden: Roma) durch die Ausländerbehörden von Bund und Ländern sowie deren herbeigeführte „freiwillige Rückkehr“.

Der flüchtlingspolitisch aufgeklärte Teil der Bevölkerung in Europa hat längst verstanden:

Eine Rückkehr in Sicherheit und Würde von Angehörigen der Roma in die Länder des ehemaligen Jugoslawien, insbesondere nach Kosovo, ist auf absehbare Zeit nicht möglich. Deshalb appelliert das Roma-Treffen 2012 erneut an die Innenminister und die Regierungen von Bund und Ländern:

Roma-Flüchtlinge brauchen dauerhaften Schutz vor Bedrohung und Verfolgung, den es weiterhin nur mit einem sicheren Aufenthalt in Deutschland und anderen westeuropäischen Staaten gibt.