UNMIK: Miserable Integration für Abgeschobene im Kosovo

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UNMIK, Januar 2012 – Negative Folgen „erzwungener Rückkehr“ in den Kosovo

Vom 21.-5. April 2012 soll eine Delegation des Niedersächsischen Landtages in den Kosovo reisen, um die Möglichkeiten weiterer Abschiebungen von Minderheiten-Angehörigen der Roma, Ägypter und Ashkali zu prüfen.

Was werden die ParlamentarierInnen vorab zu lesen bekommen?

Vielleicht die neuen Berichte internationaler Organisationen, die in der Lage sind, nicht nur vier Tage, sondern jahrelang Entwicklungen im Kosovo zu beobachten?

Vielleicht die Recherchen der unabhängigen Luxemburger Organisation Chachipe, deren Mitarbeiterin Dr. Karin Waringo vor der Reise der parlamentarischen Delegation zu einem Informations- und Diskussionsabend nach Hannover kommen wird:

Mi 18.04.12, 19 Uhr

Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4 (Nordausgang Hauptbahnhof)

Keine Deportation von Roma-Flüchtlingen –

humane Perspektiven für Deutschland und Europa

Am 31.01.2012 veröffentlichte der UN-Sicherheitsrat den Vierteljahresbericht des Generalsekretärs der UNMIK, der UN-Mission für den Kosovo, erstellt für den Zeitraum von Mitte Oktober 2011 bis Mitte Januar 2012. Darin berichtet UNMIK umfangreich über die Entwicklung der Spannungen im nördlichen Kosovo, dessen mehrheitlich serbische Bevölkerung die kosovarische Regierung nicht anerkennen will.

In Kapitel VII, Punkt 38 geht UNMIK u.a. auf die Politik einer erzwungenen Rückkehr von Kosovo-Flüchtlingen ein:

Forced repatriations from host countries (mainly in Western Europe) continued in significant numbers during the reporting period. By the end of the year, UNHCR had recorded a total of 3,186 persons forcibly returned to Kosovo from West European countries during 2011. Among these, 639 individuals belong to minority communities as defined under the UNHCR Eligibility Guidelines. UNHCR assesses that there are few prospects for sustainable integration for minorities forcibly returned to Kosovo, inter alia, because of the lack of personal documentation, housing, employment and family support, as well as perceptions of insecurity in the places to which they are being returned. “

Unsere Übersetzung:

Die erzwungene Rückkehr aus den Gastländern – überwiegend in Westeueropa – wurde im Berichtszeitraum in erheblichem Umfang fortgesetzt. Bis Ende des Jahres 2011 registrierte UNMIK insgesamt 3.186 Personen für 2011, die zwangsweise zurückkommen mussten. Darunter waren 639 Menschgen, die entsprechend den Richtlinien des UNHCR als Minderheiten-Angehörige gelten.

UNHCR schätzte, dass es wenig Aussichten auf eine dauerhafte Integration für Minderheiten gibt, die zwangsweise nach Kosovo abgeschoben wurden, unter anderem weil es an Dokumenten zur persönlichen Identität, an Unterkunftsmöglichkeiten, Erwerbstätigkeit und familiärer Unterstützung mangelt, aber auch wegen der Unsicherheit in den Orten, wohin sie zurückgehen müssen.“

(Quelle: Internet-Portal von Chachipe, mit Berichten zu Bosnien-Herzogowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Kosovo und West-Europa)

(erstellt: 15.04.2012)

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